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Aktuelles

N-Joy, Medienpreis, Aktion Kinder Unfallhilfe, Preisverleihung, Elbphilharmonie, 02.11.2018

Der Rote Ritter 2018: Diese preisgekrönten Präventionsprojekte schützen Kinder vor Verkehrsunfällen

Der Verein Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V. hat unter der Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer sieben Gewinner des „Roten Ritters 2018“ mit insgesamt 25.000 Euro Preisgeld sowie drei Filmen ausgezeichnet – emotionale Preisverleihung mit hunderten Gästen anlässlich des 20-jährigen Vereins-Bestehens in der Elbphilharmonie Hamburg. Erstmals vergeben wurde in diesem Jahr der Medien-Preis. Er geht an die sensationell erfolgreiche Aktion „Kopf-Hoch. Das Handy kann warten“ vom N-Joy-Radio des NDR für den gleichnamigen Spot. „Wir sind überwältigt von den Ideen und Aktionen unserer Preisträger“, betont der Vorsitzende des Vereins Aktion Kinder-Unfallhilfe, Adalbert Wandt.

Oliver Detje, Verlagsleiter DVV Media Group, führte als Moderator durch den Vormittag, als täte er nie etwas anderes.

Alle Preisträgern die Veranstalter auf einen Blick. Fotos: Marco Grundt

Gruppenbild nach der feierlichen Preisverleihung: alle Ausgezeichneten und die Veranstalter auf der Bühne im Kleinen Saal der Elbphilharmonie. Fotos: Marco Grundt

Hamburg, November 2018. Noch ist die Vision vom Straßenverkehr ohne Tote und Schwerverletzte ein Wunschtraum. Die traurige Realität: Im Durchschnitt kommt alle 18 Minuten ein Kind im Alter von unter 15 Jahren im Straßenverkehr zu Schaden. Insgesamt waren es 29 259 Kinder, die im Jahr 2017 auf Deutschlands Straßen verunglückten (+ 2,5 Prozent gegenüber 2016). Davon starben 61 Kinder, fünf weniger als im Vorjahr.

Noch in den 1990er-Jahren verunglückten im Straßenverkehr jährlich fast doppelt so viele Kinder wie heute“, so Adalbert Wandt, Vorsitzender der „Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V.“. „Um die Unfallzahlen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen weiter zu senken, fördern wir seit 2010 vorbildliche Verkehrssicherheitsprojekte in ganz Deutschland und zeichnen sie mit dem ‚Roten Ritter‘ aus.“ Und das mit Anerkennung von höchster Stelle: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat die Schirmherrschaft für den Präventionspreis übernommen.

Insgesamt 25.000 Euro zahlt die Aktion Kinder-Unfallhilfe an die Gewinner, damit diese ihre wichtige Arbeit fortsetzen können. Darüber hinaus hat der Verein außerdem für drei ausgewählte Projekte kurze Filme in Auftrag gegeben, um deren Verkehrssicherheitsarbeit in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Übrigens geht kein Bewerber leer aus: Alle Einsender, die keinen Preis bekommen haben, erhalten von der Kinder-Unfallhilfe Sicherheitsartikel.

Preisträger spiegeln die unterschiedlichen Facetten der Präventionsarbeit

Sieben herausragende Preisträger hat die Jury für den „Roten Ritter 2018“ aus den insgesamt 80 Bewerbungen ausgewählt und belohnt ihre vorbildliche Verkehrssicherheitsarbeit mit Preisgeldern und Filmen.

Round Table 103 Ammerland/Round Table 167 Jever: „Raus aus dem Toten Winkel“ und Verteilung von Warnwesten

Ein rundum gelungenes Gemeinschafts-Konzept zur Verkehrssicherheit in den Bereichen Toter Winkel beim Lkw und Sichtbarkeit durch Warnwesten präsentieren die zwei Clubs des Round Table aus dem niedersächsischen Nord-Westen. Ihre Schulungen zum Toten Winkel wurden bereits seit 2006 zum nationalen Projekt des Round Table-Clubs, ihre Warnwesten, die sie in großem Stil an Kitas und Kindergärten verteilen, sind auf dem besten Wege dorthin. Rund 90 Prozent der Deutschen Round Table-Clubs engagieren sich im Bereich Toter Winkel, rund 60 Prozent verteilen die Warnwesten. „In den vergangenen Jahren haben wir bundesweit etwa 70.000 Westen gekauft und verteilt“, erklärt Jens Conrady, Präsident vom RT167 aus Jever. Die gelben Kleidungsstücke werden über ortsabhängige Spenden finanziert und sind für die Kitas komplett kostenlos.

Und auch mit ihren Schulungen zum Toten Winkel haben die Tabler, initiiert durch den RT103 Ammerland, 100.000 Schulkindern erreicht. Ihr dreistufiges Konzept „Raus aus dem Toten Winkel“ ist an Intensität kaum zu übertreffen: „Erklären, erleben, erinnern“ lautet das Modell, das an unzähligen Schulen bereits Einzug gehalten hat.

Das Team vom Round Table aus Ammerland und Jever.

Das Team vom Round Table aus Ammerland und Jever.

EDEKA Handelsgesellschaft Südbayern mbH: Individuelle Abbiege-Assistenten

Edeka liebt nicht nur Lebensmittel, sondern auch das Leben: Das Handelsunternehmen hat seine gesamte Lkw-Flotte mit Abbiegeassistenten ausgestattet. Ein tödlicher Unfall in der Region war der Auslöser für diese Aktion. Beim Rechtsabbiegen erfasste ein Lkw-Lenker einen Fahrradfahrer. Gemeinsam mit den EDEKA-Mechanikern erarbeitete der technische Leiter der EDEKA-Südbayern, Anton Klott, eine individuelle Lösung, um alle unterschiedlichen Lkw-Modelle der Flotte mit der entsprechenden Technik auszurüsten, da die Lkw-Hersteller diese nicht anbieten. „Unsere silbernen Engel sind die sichersten Fahrzeige auf Deutschlands Straßen“, betont Klott währender der Preisverleihung und meint damit seine Lkw-Flotte, deren Fahrzeuge nun durch die technische Eigenkreation beim Rechtsabbiegen einen uneingeschränkten Einblick in den Toten Winkel haben. Die Hardware für das System kostet rund 600 Euro, hinzu kommen die Montagekosten von rund 200 Euro.

Edeka, Aktion Kinder Unfallhilfe, Preisverleihung, Elbphilharmonie, 02.11.2018

Entwickelt individuelle Abbiegeassistenten für Edeka-Laster: Anton Klott.

 Johanniter-Schule Heitersheim: Fahrradsong zur Verkehrssicherheit

Dieses Mal kommt die „Schulweghitparade“ nicht von Rolf Zuckowski aus Hamburg, sondern von den Klassen 4a und 4b der Johanniter-Schule aus dem baden-württembergischen Heitersheim: Nach intensivem, fächerübergreifendem Unterricht zur „Fahrradsicherheit/Verkehrssicherheit“ mit theoretischen und praktischen Übungen entschlossen sich die Klassen, einen „Fahrradsong“ zu schreiben. „Um das das Gelernte fester im Bewusstsein zu verankern“, so die zwei verantwortlichen Lehrerinnen aus der Region Freiburg im Breisgau. Sie reisten nach Hamburg an – mit im Gepäck ein Film vom Song, der die Gäste bei der Preisverleihung zum „Roten Ritter 2018“ begeisterte und zu Tränen rührte.

Einen hinreißenden Song zur Verkehrssicherheit komponierten die zwei Lehrerinnen der Johanniterschule Heitersheim mit ihren Schüler. Absolut preiswürdig für Aktion Kinder Unfallhilfe.

Einen hinreißenden Song zur Verkehrssicherheit komponierten die zwei Lehrerinnen der Johanniterschule Heitersheim mit ihren Schülern. Absolut preiswürdig findet die Aktion Kinder Unfallhilfe.

Polizei Nordrhein-Westfalen Mönchengladbach: „Jung und Alt im Schilderwald“

Zwei Personengruppen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber dasselbe Problem haben: Wie kann ich Verkehrsschilder richtig wahrnehmen und deuten? In einem Projekt führt die Polizei Mönchengladbach Kinder und Senioren durch ein gemeinsames Training in Theorie und Praxis zusammen. Mit positiven Nebeneffekt: Verständnis füreinander entwickeln und die täglichen Herausforderungen des Straßenverkehrs meistern, um sicher ans Ziel zu kommen. Und das schönste: Das Projekt findet Nachahmer: Polizeihauptkommissar Erwin Hanschmann, der „Jung und Alt im Schilderwald“ ins Leben gerufen hat und 2014 schon einmal mit dem Roten Ritter ausgezeichnet wurde, freut sich außerordentlich, dass auch andere Kindergärten und Senioreneinrichtungen aus Mönchengladbach, aber auch Polizeibehörden aus anderen Bundesländern Interesse bekunden und sich dem Projekt anschließen wollen.

Begeisterten mit ihrem Verkehrsprojekt, bei dem Kinder und Senioren gemeinsam durch den Verkehr gehen: Brunhilde Veit von der Kita und Verkehrspolizist Erwin Hanschmann.

Begeisterten mit ihrem Verkehrsprojekt, bei dem Kinder und Senioren gemeinsam durch den Verkehr gehen: Brunhilde Veit von der Kita und Verkehrspolizist Erwin Hanschmann.

BV Kinderneurologie-Hilfe Berlin/Brandenburg e.V.: Mit Helm – aber sicher!

Unter dem Motto „Ein Helm kann zwar keine Unfälle verhindern, aber in vielen Fällen die Folgen“ ist das Präventionsprojekt „Mit Helm – aber sicher“ entstanden. Ziel der Aktion ist es, die Akzeptanz des Helms bei Jugendlichen ab der siebten Klasse zu erhöhen. Schüler höherer Jahrgangsstufen unterstützen, nachdem sie selbst an einem intensiven Workshop teilgenommen haben, mit interaktiven Schulungen in Rahmen eines Aktionstages die jüngeren Schüler. Dana Mroß von der Kinderneurologie-Hilfe Berlin/Brandenburg stellte während der Preisverleihung heraus, dass das Projekt „Mit Helm – aber sicher!“ das Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler für die Risiken von Kopfverletzungen beim Fahrradfahren erfahrungsgemäß stärkt und die Verantwortungsübernahme bei eigenen Entscheidungen und eigenem Handeln festigt und bedankte sich bei allen Projektbeteiligten für die tolle Zusammenarbeit.

Kinderneurologie, Aktion Kinder Unfallhilfe, Preisverleihung, Elbphilharmonie, 02.11.2018

„Mit Helm – aber sicher!“ heißt das Projekt um das Team von Dana Mroß (2.v.r.).

 VSBB Verkehrssicherheit Berlin-Brandenburg GmbH: Die Gefahren des Toten Winkels beim Lkw

Die Zahlen sprechen für sich und zeigen, dass diese Informationskampagne ein großer Erfolg ist. Seit 2008 hat die VSSB in der Region Berlin Brandenburg 1.650 schulische und außerschulische Kampagnen zu den Gefahren des Toten Winkels beim Lkw durchgeführt. Zwei dafür extra beschriftete Lkw mit Moderatoren klären seitdem auf. 142.00 Kinder sind von ihnen geschult worden – sie lernen dabei auch, wie man sich mit dem Fahrrad oder als Fußgänger aus Sicherheitsgründen richtig positioniert, um der Gefahr durch abbiegende Lkw aus dem Wege zu gehen. In einem weiteren Projekt hat die VSBB Verkehrssicherheit Berlin-Brandenburg auch Schulungsmaterial für Lkw-Fahrer erstellt. „Oftmals sind ihre Spiegel nicht richtig eingestellt bzw. sie werden von ihnen nicht richtig genutzt“, erklärt Geschäftsführer Gerd Bretschneider.

Die VSBB Verkehrssicherheit schulen Kinder in großem Stil zum Thema Toter Winkel beim Lkw.

Die VSBB Verkehrssicherheit schulen Kinder in großem Stil zum Thema Toter Winkel beim Lkw.

Kopf-Hoch. Das Handy kann warten: N-JOY (vom NDR)

77,1 Prozent nutzen am Steuer das Handy. 28,9 Prozent sind dabei schon einmal in eine gefährliche Situation geraten. Nur kurz lesen, nur kurz antworten und dafür mehrere hundert Meter blind unterwegs im Auto. Die Macher des Radiosenders N-JOY sagen dazu „nein!“. Die Aktion „Kopf Hoch. Das Handy kann warten“ hat sich seit ihrem Start 2016 zu einem riesengroßen Erfolg entwickelt. Der Slogan wird nicht nur mehrfach pro Stunde über den Sender geschickt, auch Sticker, ein eigenes Online-Angebot, extra produzierte Social-Media-Inhalte, ein Logo und mehrere Videos, die schon 20 Millionen Menschen erreicht haben, sind Produkte der Aktion. „Wir freuen uns wirklich sehr über die Auszeichnung“, betont Melanie Fuchs, Chefin vom Dienst bei N-Joy über den erstmals mit dem Partner der Aktion Kinder-Unfallhilfe , TEILEn e.V., vergebenen Medienpreis. Die Jury des Roten Ritter sagt: „Danke, dass Sie dazu beitragen, Kinder im Straßenverkehr vor schlimmen Unfällen zu beschützen.“

N-Joy, Medienpreis, Aktion Kinder Unfallhilfe, Preisverleihung, Elbphilharmonie, 02.11.2018

Melanie Fuchs (in Rot) vom Radiosender N-Joy und ihr Team freuen sich über den erstmals vergebenen Medienpreis.

Moderator Oliver Detje, Franz Werner Drees von TEILEn e.V. sowie der Vorsitzende der Aktion Kinder-Unfallhilfe, Adalbert Wandt (von links)

Moderator Oliver Detje, Franz-Werner Drees von TEILEn e.V. sowie der Vorsitzende der Aktion Kinder-Unfallhilfe, Adalbert Wandt (von links)

Oliver Detje, Moderator bei Aktion Kinder-Unfallhilfe Preisverleihung, war in bestechender Form. Im wahren Leben ist er Verlagsleiter der DVV Media Group.

Oliver Detje, Moderator bei Aktion Kinder-Unfallhilfe Preisverleihung, war in bestechender Form. Im wahren Leben ist er Verlagsleiter der DVV Media Group.

Sorgten zudem für einen festlichen Rahmen: ein Geigentrio der Young Classics.

Sorgten zudem für einen festlichen Rahmen: ein Geigentrio von The Young ClassX.

Aktion Kinder Unfallhilfe, Preisverleihung, Elbphilharmonie, 02.11.2018

Aktion Kinder Unfallhilfe, Preisverleihung, Elbphilharmonie, 02.11.2018

Erläuternde Informationen

Die Jury des „Roten Ritters“

Die unabhängige Jury setzt sich aus den Mitgliedern des Vereins Aktion Kinder-Unfallhilfe zusammen:

  • Adalbert Wandt, Präsident des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Frankfurt, und Vorsitzender des Vereins Aktion Kinder-Unfallhilfe
  • Oliver Detje, Verlagsleiter Logistik & Transport bei der DVV Media Group GmbH, Hamburg
  • Franz-Werner Drees, TEILEn e.V.
  • Katrin Geißler-Schmidt, Verlagsleiterin Fachmedien, Verlag Heinrich Vogel, München
  • Herbert Hake, Vorstand der SVG Westfalen-Lippe eG, Münster
  • Claus-O. Herzig, Geschäftsführer der Oscar Herzig GmbH, Fulda, und Vorstand des Vereins Aktion Kinder-Unfallhilfe
  • Hermann-Josef Knipper, Leiter der Konzern-Kommunikation, R+V Versicherung, Wiesbaden
  • Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR), Bonn
  • Sabine Kudzielka, Hauptgeschäftsführerin der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft (BG Verkehr), Hamburg
  • Bernd Melcher, Vorstand der KRAVAG-SACH VVaG, Hamburg, und Vorstand des Vereins Aktion Kinder-Unfallhilfe

 

Der Verein „Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V.“

Der 1998 von Unternehmen und Verbänden des Verkehrsgewerbes gegründete Verein „Aktion Kinder-Unfallhilfe e.V.“ hat zwei wichtige Aufgaben: Die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen nach einem Verkehrsunfall und die Förderung von Maßnahmen zur Unfallverhütung. Der Präventionspreis „Der Rote Ritter“ wird alle zwei Jahre ausgeschrieben und dieses Jahr zum fünften Mal verliehen.